Unsere Elterntiere sind alle untersucht!

Die Juvenile Epilepsie - JE:

Die Juvenile Epilepsie - kurz JE - ist eine Erbkrankheit, die nur im Welpenalter von etwa der 4. Woche bis max. der 14. Lebenswoche auftritt. Die nicht sehr dramatischen Anfälle treten meist durch Aufregung auf und sind nach wenigen Minuten wieder vorbei. Ebenso gut kann es sein, dass die Erkrankung überhaupt nicht auffällt. Dem entsprechend zeigen auch Welpen, die "nur" JE-Träger sind, in ihrem weiteren Leben keinerlei Symptome. Für den Welpenkäufer, der einfach nur einen Familienhund haben will, ist die JE also praktisch ohne Bedeutung. Uns selbst ist auch kein Fall bekannt, dass sich irgendwelche Folgen später bemerkbar gemacht hätten.

 Für uns Züchter ist die Kenntnis eines Trägers oder eines Befallenen natürlich wichtig, weil man diese Erkrankung schließlich eliminieren will. Für unsere Rasse wurde deshalb ein Gen-Test zur Bestimmung der JE entwickelt, der absolut sicher ist. Als Züchter im 1. LRCD dürfen wir nur mit JE-freien Hunden und JE-Trägern züchten. Das heißt, wir verpaaren entweder zwei JE-frei Hunde miteinander oder einen JE-Träger mit einem JE-Freien. Nur so ist gewährleistet, dass in einem Wurf keine JE-befallenen Welpen sind.

 

Die Lysosomale Speicherkrankheit - LSD:

 Die LSD (Lagotto Storage Disease) ist nach unserer bisherigen Kenntnis eine genetische, erbliche  Stoffwechsel-Erkrankung, die erst seit wenigen Jahren hier aktuell ist und sich offenbar von Süden nach Norden ausbreitet. In gleicher oder ähnlicher Form kommt diese Krankheit auch bei fast allen anderen Hunderassen vor - und ähnelt in ihren äußeren Anzeichend verblüffend und für uns auch verdächtig der vor Jahren aufgetretenen BSE-Erkrankung bei Rindern.

 

 In Zusammenarbeit mit den Universitäten Bern und Helsinki wurde kürzlich eine Studie durchgeführt, zu der die Blutproben von 1.300 Lagotti untersucht wurden. Das erfreulichste Ergebnis ist, dass daraus ein Gen-Test entwickelt werden konnte, mit dem sich zweifelsfrei feststellen lässt, ob ein Hund frei, Träger oder befallen ist.

 Nach den Schilderungen, die wir bisher gehört haben, sind die Auswirkungen dieser Krankheit - die etwa zwischen dem vierten Monat und dem vierten Lebensjahr erstmals auftreten - fürchterlich. Sie beginnen mit unsicherem, schwankendem Gang, der immer unkoordinierter wird. Auch zeigen sich unkontrollierte Augenbewegungen und Verhaltensänderungen, die bis zur Agression gehen können. Weiter wird von starken Einschränkungen zunächst der Hinterläufe und später der Vorderläufe berichtet, die bis zur totalen Lähmung führen. Auch von Krämpfen und spastischen Anfällen, ebenso wie von Skelettdeformationen wird berichtet. Diese Erkrankung ist eine unaufhaltsame Abwärtsspirale  und zwingt in wenigen Monaten unausweichlich dazu, den bedauernswerten Hund einzuschläfern. - Es soll inzwischen Behandlungsmöglichkeiten geben, aber Genaueres dazu ist uns noch nicht bekannt.

 Natürlich haben wir alle unsere Hunde testen lassen.

 

Das Kurzfell-Gen:

 Die so genannte "Kurzhaarigkeit/Kurzfelligkeit" war und ist bei den Lagotti äußerst selten und tritt in Würfen gleichzeitig mit den "normalfelligen" Welpen auf. Diese Hunde sind keineswegs krank, sondern unterscheiden sich eben nur im Fell von ihren Geschwistern. Die Kurzfelligkeit ist nicht schon bei der Geburt ersichtlich, sondern kommt erst nach und nach zum Vorschein, mit sieben bis acht Wochen ist es deutlich zu erkennen. Die erwachsenen Tiere haben eine längere "Befederung" an der Körperunterseite, an den Ohren, der Unterseite der Rute, auch an der Hinterseite der Läufe. Im Aussehen ähneln sie dann stark dem kleinen Münsterländer.

 

 Diese Hunde haben einen ganz normalen Fellwechsel und haaren natürlich, sind aber ansonsten völlig gesunde Hunde. Sie entsprechen jedoch äußerlich nicht dem Rassestandard und können deshalb weder angekört noch ausgestellt werden.

 Die Haarlänge und Fellbeschaffenheit wird erblich von zwei Genen definiert, pro Hund mit einem Gen F für gelockt, das dominant über Gen f ist, und einem Gen f für kurzhaarig. Dieser Hund hat dann gelocktes Fell. Wenn ein Hund beide Gene ff hat, kommt die Kurzhaarigkeit zum VorscheinDie Kurzhaarigkeit beim Lagotto tritt nach wie vor äußerst selten auf und ist deshalb in der Wichtigkeit mit der JE nicht zu vergleichen. Um es aber trotzdem aus der Zucht zu bekommen, hat die Fa. LABOKLIN einen Test - den so genannten Furnishing-Test - entwickelt, mit dem man feststellen kann, ob der Hund Träger ist oder nicht.

 

Die Hüftgelenksdysplasie - HD

Die Hüftgelenksdysplasie - kurz HD genannt - eine erblich bedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenks, kommt unseres Wissens in ejeder der weltweit rund 400 Hunderassen vor. In einigen dieser Rassen - vor allem den großen - ist sie stärker verbreitet, in anderen weniger. Die Lagotti sind als Rasse davon wohl nicht so stark betroffen.

Hat ein Hund auffallende Schwierigkeiten beim Laufen, evtl. sogar erkennbare Schmerzen, kann das ein Hinweis auf eine HD-Erkrankung sein. Feststellen lässt die sich jedoch nur durch Röntgen.

  Für uns als Züchter sind die Ergebnisse, die Zuchthunde betreffend, natürlich viel bedeutender. Zunächst waren wir der Meinung, nur HD-freie Hunde miteinander zu verpaaren, um wirklich jedes Risiko auszuschließen. Doch selbst HD-freie Elterntiere sind kein hundertprozentiger Garant für HD-freie Welpen.

  Gegen diese absolute HD-frei-Konsequenz sprechen noch zwei andere Gründe:

 Erstens gibt es beim Bewertungsergebnis eine gewisse Bandbreite, begründet aus der Qualität der Aufnahme und der Sichtweise des Bewerters. Deshalb hat sich allgemein die Überzeugung durchgesetzt, dass man z.B. eine HD-freie Hündin durchaus mit einem Rüden verpaaren kann, der mit HD-B oder HD-C bewertet ist.

 Zweitens ist bei unseren Lagotti aufgrund der geringen Verbreitung der Rasse die Zuchtbasis recht schmal. Würde man jetzt alle Hunde, die nicht HD-frei sind, von der Zucht ausschließen, hätte man ganz schnell eine katastrophale Inzucht. Von anderen Erbkrankheiten und Gen-Defekten, die dann kumulieren würden, einmal ganz abgesehen.

 

 Ellbogendysplasie -ED:

  Bei ED handelt es sich um Entwicklungsstörungen des Ellbogengelenks, die verschiedene Gelenkbestandteile betreffen können.  

 Man geht nach heutiger Lehrmeinung von einer vererbbaren Neigung zur Bildung einer ED aus und versucht folgerichtig, durch Röntgen von Zuchttieren ED-belastete Hunde aus der Zucht auszuschließen.  

Betroffen von ED sind insbesondere große, schnell wachsende Hunderassen wie beispielsweise Berner Sennenhunde, Labrador Retriever, Bordeaux-Doggen, Deutsche Schäferhunde und Neufundländer.  

 

 Vorbiss:

Der Lagotto Romagnolo ist eine der Hunderassen, bei der Vorbiss vorkommt, auch erlaubt (also kein die  Zucht ausschließender Grund), aber nicht erwünscht ist. Dieser Vorbiss ist allerdings nur erlaubt, wenn es sich um einen "Reibevorbiss" handelt. Das heißt, die Schneidezähne des Unterkiefers dürfen zwar vor denen des Oberkiefers vorstehen, müssen diese bei geschlossenen Kiefern aber noch berühren.